In ihrem Liebesroman »Tanz der Sonne entgegen« erzählt meine liebe Kollegin Mela Wagner die Geschichte von Mo, einem Mädchen wie du und ich. Sie zweifelt an sich selbst, als ihr gutaussehender Tanzpartner ausgerechnet sie will. Sie hat mich als Bloggerin zu ihrer Releaseparty und der Aktion #notwithoutmybody eingeladen und heute präsentiere ich euch meinen Beitrag im Blog.

Melas neuer Roman

Ich gebe es zu. In einem Raum voller Prinzessinnen war ich schon im Kindergarten eher … sagen wir … Batman? Ich war die mit den roten Locken statt blonder glatter Haare. Die mit den Sommersprossen. Überhaupt der wohl hässlichste Mensch auf der Welt mit unförmigen Waden und Speckrollen. Ich war die, mit der Lücke zwischen den Schneidezähnen und die, die beim Volleyball den Ball nie traf. Später war ich dann die, die kein Mathe konnte und die, der prophezeit wurde, niemals einen Mann zu finden, weil sie so dick war.

Heute bin ich die, die ihren Traum lebt und Bücher schreibt, die von tollen Menschen gelesen werden. Ich bin die, die seit dem 22. Lebensjahr mit dem gleichen Mann zusammen ist. Ich bin die, die fünfundzwanzigtausend Abonnenten auf Youtube interessant genug finden, um sie zu abonnieren. Und am Ende bin immer noch irgendwie Batman unter Prinzessinnen. Allerdings heute zu meinen Bedingungen.
Zwischen damals und heute liegt nur ein einziges Wort, das alles verändert hat: „Trotzdem“.
Ich habe irgendwann entschieden, dass ich alle meine Träume trotzdem leben kann, dass ich lieben kann, das Leben genießen darf und die Erfolge anstreben, die mir wichtig sind. Ich habe aufgehört, um Erlaubnis zu fragen oder nach Zustimmung zu suchen. Ich schlich nicht mehr durch die Straßen, ich spazierte. Ich sah Menschen in die Augen, ich lächelte oder – das blieb auch nicht aus – zeigte so Manchem Arschloch da draußen den Stinkefinger. Ich hörte auf, ein Opfer zu sein. Fand eine Bestimmung und Freunde und genoss es, einfach nur ich zu sein. Mit meinem unperfekt perfekten Körper.
Meine Liebesaffaire mit dem „Trotzdem“ musst du dir so vorstellen: Es ist wie im Krafttraining, meinem liebsten Hobby. Du gehst hin, du hebst die Gewichte tagein, tagaus. Jeden Tag wirst du ein bisschen stärker – und mit mehr Gewicht kommt noch mehr Kraft. Ganz genauso funktioniert das „Trotzdem“ im leben. Statt zu resignieren bewegst du dich, riskierst was, bis da draußen. Du wirst stärker, lernst viel schneller, bekommst eine dickere Haut und wirst irgendwann auch Rückschläge als natürlichen Teil des Lebens ansehen können oder Komplimente annehmen, ohne sie abzuwehren oder runterzuspielen. Du findest heraus, dass alle Menschen auf der Welt sich oft genauso fühlen: nicht perfekt genug, nicht schlau genug, nicht reich genug, nicht erfolgreich genug, nicht schön genug. Das ist Realität: Die meisten Leute leben mehr oder weniger »trotzdem«. Deshalb ist meine Message an dich heute: Egal, auf welche Weise du Batman unter Prinzessinnen bist – anders sein macht stark. Immer. Wir alle sind anders. Wir alle sind okay, wie wir sind. Unsere Körper eingeschlossen.

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